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"Dieses Buch macht Lust auf Zoigl"

Arbeitskreis Heimatpflege stellt 172-seitiges Werk über traditionsreiches Gebräu vor


"Es ist für uns heute ein Festtag. Was lange währt, wird endlich gut." Mit diesen Worten begrüßte Werner Männer vom Arbeitskreis Heimatpflege die Gäste, die zur Vorstellung des Buches "Mitterteicher Zoigl - Geschichte und Geschichten" in die Zoiglwirtschaft Oppl gekommen waren.

"Viele Jahre des Planens, des Wartens und des Arbeitens liegen hinter uns", sagte Männer. Herausgeber des 172 Seiten umfassenden Buches ist der Arbeitskreis Heimatpflege, als Autoren haben sich Werner Männer und Monika Beer-Helm betätigt. Männer sprach von einem "ganz besonderen Buch", in dem die Geschichte des Mitterteicher Zoigls nachzulesen ist.

Die Anfänge des Buchprojekts gehen bis ins Jahr 1991 zurück, als das Jubiläum "475 Jahre Kommunbraurecht" gefeiert wurde. Der damalige Bürgermeister Karl Haberkorn hatte damals anregt, "doch ein kleines Geheft über den Zoigl herauszubringen". Bald darauf erhielt Manfred Knedlik, der zu dieser Zeit für die Stadt tätig war, den Auftrag, die Geschichte zu erfassen.

Die gesammelten Werke lagerten dann aber viele Jahre lang beim Arbeitskreis Heimatpflege. Erst vor ein paar Jahren flammte die Idee wieder neu auf, ein Buch herauszubringen. Gemeinsam mit Erhard Sommer versuchte Werner Männer, die Mitterteicher Zoigl-Geschichte aufzuarbeiten. Als treibende Kraft kam später Mitautorin Monika Beer-Helm dazu. Sie war es auch, die das Buch zusammenstellte und druckfertig machte.

Früher 100 Brauhäuser

Der erste Teil des 172 Seiten dicken Buches beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung, während im zweiten Teil Geschichten im Mittelpunkt stehen. Auch die jüngste Diskussion um das Kommunbraurecht ist berücksichtigt, ebenso wie das "Mitterteicher Zoigl-Abc". Mit 136 Bildern ist das Werk auch reichlich illustriert. "Selbstgemachtes Bier war früher keine Besonderheit, sondern einfach normal", betonte Männer. Laut einer Statistik gab es im Jahr 1867 in der Oberpfalz 100 Kommunbrauhäuser. "Das Kommunbraurecht ist ein historisch gewachsenes und kein gesetztes Recht", so Männer.

Ein paar kritische Worte zu den Vorgängen rund um den Zoigl in der Gegenwart konnte sich Männer nicht verkneifen. "Wie soll es möglich sein, Zoigl-Flair und Gemütlichkeit übers Internet zu verkaufen?" Kritisch bewertete er auch die Kreation von Zoigl-Brezen, Zoigl-Semmeln oder sogar Zoigl-Pralinen.

Verkauf ab nächster Woche

Verkauft wird das Buch laut Männer für acht Euro. Erhältlich ist es ab der kommenden Woche in allen drei Zoiglwirtschaften der Stadt, in der Stadtbücherei sowie bei Erhard Sommer und Werner Männer selbst. Auf dem Mitterteicher Weihnachtsmarkt wird der Cheddleton-Club das Buch an seinem Stand anbieten. Einige Exemplare überreichte Männer bereits bei der Vorstellung an Bürgermeister Roland Grillmeier und die drei Zoiglwirte.

Grillmeier dankte dem Arbeitskreis und vor allem Werner Männer und Erhard Sommer für ihr Engagement: "Dieses Buch macht Lust auf Zoigl." Das Werk sei für jeden Mitterteicher interessant, auch weil es Geschichte lebendig mache. Erfreut zeigte sich Grillmeier darüber, dass der Zoigl zu einem Anziehungspunkt für alle Altersgruppen geworden sei. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein gab Heimatdichter Anton Sticht einige Zoigl-Verse zum Besten, Erhard Sommer und Reiner Artmann sangen bekannte Zoigl-Lieder.

 

Text & Bilder: Josef Rosner

Von links: die Zoiglwirtinen Christa Lugert, Elisabeth Oppl, Gisela Hartwich, Zoiglwirt Willi Oppl, Bürgermeister Roland Grillmeier, Zoiglwirt Hans Lugert, Buchautor und Arbeitskreisvorsitzenden Werner Männer und Zoiglwirt Thomas Seitz-Hartwich

 

AKH-Vorsitzender Erhard Sommer (r.) und Zoiglmusiker Reiner Artmann sangen zusammen bekannte Zoigllieder

 

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