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Stark vertreten mit einem Festwagen und einer Fußgruppe war die Stadt
Mitterteich beim großen Historischen Festzug, zum 875-jährigen Bestehen des Klosters
Waldsassen. Musikalisch begleitet wurden sie von der Stadtkapelle Mitterteich. Mit einem
Festwagen dankten sie dem Kloster Waldsassen, dass Abt Andreas ihnen im Jahr 1516 die
Braurechte verliehen hat. Noch heute machen die Bürger der Glasstadt von dem Braurecht
regen Gebrauch, wie die drei florierenden Zoiglgaststätten beweisen. Der mitgeführte
Zoiglwagen war in Originaleinrichtung erbaut worden. Schrank, Tisch und Stühle stammten aus
einer früheren Zoiglstube. Auch die Besetzung der Stube war originell, Frauen hatten
früher keinen Zutritt zum Zoigl. So waren auf dem Wagen verschiedene Berufsstände zu sehen,
wie Bürgermeister, Pfarrer, Bauer, Trachtler, Feuerwehrmann, Waldarbeiter und natürlich der
Zoiglwirt. Zur Unterhaltung wurde im Festzug auch Schafkopf gespielt, wie in der
Zoiglwirtschaft ebenfalls. Die Mitterteicher ernteten in Waldsassen, vor Tausenden von
Zuschauern, viel Beifall für ihren Dank für das Braurecht.
Der Mitterteicher Wagen wurde von den zahlreichen Zuschauern immer
wieder mit Beifall bedacht und war ein viel fotografiertes Objekt. Die georderten 30 Liter
Zoigl teilte Wirt Hans Stingl fachgerecht ein, so dass erst am Ende des Festzuges der
letzte Tropfen ausgeschänkt wurde. Der Mitterteicher Unternehmer Hans Schaumberger zog das
Gefährt mit einem Oltimer-Traktor der Marke Hanomag.
Die Mitterteicher Nachtwächter ergänzten den Umzug. Sie erinnerten an
die Zeit als der Kirchturm im Ort Wehr- und Wachturm war. Schließlich hatte damals der
Turmwächter auch Aufgaben als Nachtwächter zu erledigen. Die Mitterteicher Nachtwächter
sind heute ein begehrtes Gesangsquartett, das sich weit über die Grenzen der Stadt mit
ihren musikalischen Auftritten einen hervorragenden Namen gemacht hat. Die Gruppe ist
inzwischen sogar schon bei den Luisenburg-Festspielen aufgetreten.
Text: Werner Männer/Josef Rosner, Bilder: Werner Männer
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Stolz präsentierten sich die Mitterteicher vor ihrem mitgebrachten Zoiglwagen

Ein zünftiger Schafkopf darf in einer guten Zoiglstube nicht fehlen. Hier spielen ihn
(von links) Hans Pöllath, Bürgermeister Roland Grillmeier mit Sohn Jonas und Alfred
Grillmeier
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