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Es war wirklich das Fest, das sich alle gewünscht hatten. Bei herrlichstem Spätsommerwetter hatten nicht nur die Beteiligten am Festzug, sondern vor allem auch die Zuschauer, die zu tausenden die Straßen von Waldsassen säumten, beste Laune. Jede Gruppe wurde mit Beifall bedacht.
Rechtzeitig vor Beginn des Festzuges angereist, hatten die Akteure noch ausgiebig Zeit, sich mit bekannten Festzugteilnehmern zu unterhalten und Details zu besprechen. Pünktlich um 16 Uhr setzte sich dann der kilometerlange Zug mit über 80 verschiedenen Gruppen in Bewegung. Der Zug führte von der Bahnhofstraße in die Egerer Straße, um bei der Städt. Turnhalle zu wenden und über den Johannisplatz und Basilikaplatz schließlich auf dem Festplatz unterhalb vom Freibad zu enden.
Die Mitterteicher waren unter der Regie des Arbeitskreises Heimatpflege mit über vierzig Personen und drei Festwagen vertreten. Bürgermeister Roland Grillmeier ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit Stadträtin Luitgard Müller, Claudia Prommersberger und Willi Schneider in historischen Kostümen die Mitterteicher Gruppe anzuführen. Mit dabei auch eine Hankerlgruppe und eine Tanzgruppe des TuS Mitterteich, die als Tassen verkleidet die Bedeutung der Porzellanherstellung zeigten.
Auf den Wagen wurden die alten Mitterteicher Handwerke dargestellt: immer in Aktion der Schmied (Wolfgang Rebl) zusammen mit dem Wagner (Josef Göhl). Ein weiterer Wagen zeigte die "Fasslpicherei" mit Konrad Quast und Karl Grillmeier. Diese Fässer benötigte man ja schließlich in früheren Zeiten für den Mitterteicher Zoigl, der auf dem folgenden Wagen von Mitgliedern des Heimatvereins ausgeschenkt wurde. Die insgesamt 100 l reichten gerade bis zum Ende des Festzuges. Der Mitterteicher Zoigl ist schließlich einer der besten in der Region.
Die Mitterteicher Nachtwächter kontrollierten als Nachhut, ausgerüstet mit ihren Hellebarden, die Gruppe. Mit dabei auch der dreijährige Nachtwächternachwuchs Simon Prommersberger. Noch auf dem Basilikaplatz gaben die Nachtwächter eine Kostprobe ihrer Sangeskunst. Nach einer Stärkung mit dem wirklich vorzüglichen und extra für dieses Fest gebrauten Stiftstrunk, begaben sich die vier schließlich auf eine zweistündige musikalische Runde durch die Stadt. Hunderte Besucher feierten die Sänger, die einen Querschnitt aus ihrem Repertoire mit Werken der Renaissance und Bayerischen Gstanzln brachten.
Text: Hubertus Krämer |