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Stadtpfarrer Siegfried Richter segnete am Samstag ein weiteres
Feldkreuz: Das Ott-Kreuz entlang der Straße in Richtung Konnersreuth erfuhr eine
Generalsanierung. Zugleich übergab Bürgermeister Roland Grillmeier den Wirtschaftsweg
seiner Bestimmung.
Das Kreuz steht direkt auf der Höhe der Ortschaft Pechofen und direkt
entlang eines neuen Wirtschaftsweges. Laut Erhard Sommer, einem der beiden Vorsitzenden des
Arbeitskreises Heimatpflege, entstand die Idee für die Restaurierung im Zuge des Wegebaus
in Zusammenarbeit mit der Stadt.
Höchste Zeit
Es sei höchste Zeit geworden, denn schon nach einer kleinen Berührung
habe er den Korpus in der Hand gehalten. Aus einem Kunstkreuz sei durch die Initiative des
Arbeitskreises in Zusammenarbeit mit dem Steinmetzbetrieb Franz nun ein Flurkreuz aus
Granit entstanden. Der Korpus sei ebenfalls aus Granit gefertigt. Sommer weiter: "Ein
Feldkreuz ist ein Zeichen der Erlösung, an dem man nicht ohne Achtung vorbei gehen sollte".
Er sprach damit die tiefe Verbundenheit der christlichen Bevölkerung mit dem Erlöser an und
den alten Brauch, sich auch in der Flur entsprechende Anlaufpunkte zu schaffen.
Auch das Ott-Kreuz bei Pechofen, das nach der erkennbaren Jahreszahl
1932 errichtet wurde, sei aus einem bestimmten Grund heraus entstanden. Leider wisse man
gegenwärtig noch recht wenig über die Geschichte, die dahinter stecke, meinte Sommer auf
Nachfrage. Es lasse sich aber ableiten, dass die Errichtung des Kreuzes auf die Familie des
gegenwärtigen Eigentümers mütterlicherseits, die Familie Zwerenz, zurück gehe.
Bürgermeister Roland Grillmeier bezeichnete die Sanierung und Bewahrung
von Feldkreuzen als "Dienst an den Vorfahren". Er lobte die Arbeit des Arbeitskreises
Heimatpflege, mit der Tradition, Kultur und die Pflege des Heimatgutes einher gehe.
Feldkreuze seien meist aus einem gewissen Grund entstanden.
Pfarrer Siegfried Richter weihte sowohl das Feldkreuz als auch den
Wirtschaftsweg. "Ich habe im Vergleich zu früheren Zeiten ein verändertes Klima im Denken
der Menschen ausgemacht", sagte der Geistliche weiter. Er richtete den Appell an die
Bevölkerung, nicht den gerade modernen Weg zu gehen und nur auf die Produktionsziele zu
schauen, sondern mit den Menschen mit zu fühlen. Das Feldkreuz biete einen Ort der
Besinnung und die Möglichkeit, einen Blick auf jemand zu richten, der sich für die
Menschheit durchbohren ließ.
Bürgermeister Roland Grillmeier erinnerte daran, dass schon vor zwei
Jahren auf Wunsch älterer Mitbürger ein Verbindungsweg zwischen Waldsassener Straße und der
Kleingartenanlage entstanden ist. Schnell sei der Wunsch aufgekommen, diesen Weg bis zum
Verbindungsweg Pechofen-Großbüchlberg zu verlängern. Den Fußgängern und Radfahrern sei mit
der Weiterführung als landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg eine weitere Wegstrecke
geschaffen worden, gefahrlos die nähere Umgebung zu erkunden. Das Ott-Kreuz setze dabei in
der hektischen Zeit einen markanten Wegpunkt zum Verweilen und Erinnern.
Quelle: „Der Neue Tag” v. 8. November 2005 - Hubert Laubert
Bilder: Hubertus Krämer
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