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„Schön, dass wir hier sein dürfen“

Luisenburg-Schauspieler präsentierten diesjähriges Festspielprogramm

„Schön, dass Sie wieder da sind, schön, dass wir wieder hier sein dürfen“, so begrüßte Luisenburg-Intendant Michael Lerchenberg die rund 150 Besucher in der Aula der Grundschule. Präsentiert wurde das diesjährige Programm der Luisenburg-Festspiele, nicht weniger als 17 Schauspieler waren dazu ins Stiftland gekommen. Die Präsentation in Mitterteich, organisiert vom Arbeitskreis Heimatpflege, fand bereits zum 12. Mal statt.

Das erste Stück, das vorgestellt wurde, war das Familienstück SAMS – Eine Woche voller Samstage. Mit dabei waren die Hauptdarsteller Simone Bartzick als Sams, Norbert Heckner als Herr Taschenbier und Johann Anzenberger als spielender Musikus. Das Stück hatte bereits am 16. Mai Premiere. Im Mittelpunkt steht das freche, vorlaute Wesen im Taucheranzug, mit roten Haaren, der Schweinchennase und den blauen Wunschpunkten. Herrn Taschenbiers Leben wird jedenfalls kräftig durcheinander gewirbelt, als er diesem SAMS begegnet.

Werbung für Jean Paul, dessen 250. Geburtstag heuer gefeiert wird, machte dann Gerd Lohmeyer. Er schlüpfte in die Rolle des Oberpfälzer Wenzl, der einst auf der Hendlmühle lebte und dessen Texte Werner Fritsch verfasste. Premiere ist am 27. Juli im Felsenlabyrinth.

Stark vertreten das Ensemble des Volksstücks „Die Fahnenweihe“, dieses Stück feiert am kommenden Freitag Premiere. Dazu hat sich auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer angekündigt. Vor Ort die Hauptdarsteller Veronika von Quast, Michael Lerchenberg selber, Michael A. Grimm, sowie die Nordoberpfälzerin Maria Weidner, sie ist in Eiglasdorf bei Reuth zuhause. Lerchenberg, der das Stück gemeinsam mit Steffi Baier inszeniert hat, nannte „Die Fahnenweihe“ eine satirische Komödie, die schon 1894 entstanden ist. Das Stück handelt von Moral und Kapital und spielt in dem damaligen Partenkirchen. Lerchenberg betonte, dass die Geschichte auf einem realen Fall basiert. Am Vorabend der Fahnenweihe des Waisenhausvereins kommt es zum Skandal, als das Dreiecksverhältnis der Postwirtsfamilie bekannt wird. Die Werte der Moral steigen und somit auch der Preis für ein begehrtes Grundstück, um das es eigentlich geht. Ein Haberfeldtreiben versetzt alle in Angst und Schrecken. Die heile dörfliche Welt gerät schier aus allen Fugen. Lerchenberger betonte, es handelt sich um eine zeitlos böse Komödie über Kommunalpolitik, Tourismus und Doppelmoral. „Das Stück hat solchen Sprengstoff, dass es damals gleich die Polizei verboten hat“. Bezeichnend, die Uraufführung dieses bayerischen Volksstücks war in Berlin, in Bayern wurde es erst viel später aufgeführt. Freilich, die letzte professionelle Aufführung war 1912/1913, danach konnten sich die Theater dieses Stück, auch aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten. Lerchenberg betonte, auf der Luisenburg spielen in dem Stück 26 Schauspieler, unter ihnen auch Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner und weit über 40 Statisten mit. In Mitterteich gaben die Schauspieler einige Szenen aus dem Stück lebhaft wieder. Das Stück wird vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet.

Als nächstes wurde das Musical „Spamalot“ vorgestellt, ein Stück, das am 28. Juni Premiere feiert. Lerchenberg stellte als Musical als eine wunderbar schräge Geschichte vor, derzeit laufen die Proben auf Hochtouren. In den Hauptrollen sind Hardy Rudolz als König Artus, Michael Kamp und Thomas Weißengruber mit dabei.

Erst am 12. Juli feiert die Tragödie „Hamlet“ Premiere, die letztmals 1988 auf der Luisenburg aufgeführt wurde. Eine Vielzahl der Darsteller war in Mitterteich mit anwesend, sie gaben Leseproben von dem Stück.

Zum Schluss der knapp zweistündigen Präsentation dankte Bürgermeister Roland Grillmeier dem Luisenburg-Ensemble und überreichte zum Dank einen Korb voller Stiftländer Spezialitäten und ein Fass Zoiglbier. Sein Ende fand das kurzweilige Treffen im Mehrgenerationenhaus, wo sich die Schauspieler und ihre Gastgeber bei einer Zoiglbrotzeit bestens verstanden. Dazu gaben die „Mitterteicher Nachtwächter“ Kostproben ihres gesanglichen Könnens, was viel Beifall und Anerkennung fand.

 

Text & Bilder: Josef Rosner

 

Intendant Michael Lerchenberg begrüßte die zahlreichen Anhänger der Luisenburg-Festspiele

 

 

  

Bilder oben von links:
Die Hauptdarsteller aus „SAMStage“, Simone Bartzick und
Norbert Heckner

Gerd Lohmeyer

Die Darsteller der „Fahnenweihe“ wurden von Michael Lerchenberg
einzeln vorgestellt


Intendant Michael Lerchenberg mit Veronika von Quast und
Michael Grimm

Ein Degen-Showkampf aus „Hamlet“ zwischen Regisseur
Christian Nickel und Holger von Bülow (Hamlet)

 

 

Copyright © 2015 Arbeitskreis Heimatpflege Mitterteich