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„Sie sehen heute ein paar Zuckerl von diesjährigen Spielprogramm, sie
sollen Appetit machen für einen Besuch der Luisenburg-Festspiele“, sagte Dramaturg Manfred
Bachmayer, als er die Zuschauer in der vollbesetzten Aula der Grundschule besuchte. Etwa
150 Besucher sorgten für ein volles Haus und zeigten sich vom diesjährigen
Festspielprogramm begeistert. Präsentiert wurde der Abend vom Arbeitskreis
Heimatpflege.
Schon fast von einer Tradition sprach 3. Bürgermeister Erhard Sommer,
der sich freute, dass das Luisenburg-Ensemble heuer schon zum zehnten Mal in Mitterteich
sein Programm präsentiert. „Wir legen heute eine Fußballpause ein, es gibt auch noch andere
schöne Sachen“, sagte Sommer und freute sich auf einen spannenden Abend. Dramaturg Manfred
Bachmayer präsentierte das rund neunzigminütige Programm. Nicht mit dabei war
Luisenburg-Intendant Michael Lerchenberg, dem wichtige Proben auf der Deutschlands größter
Naturbühne von einem Besuch im Stiftland abhielten.
Das erste Stück, dass auf der Bühne in der Grundschule präsentiert
wurde, war das Familienstück „Ritter Kamenbert“. Hauptdarsteller Johann Anzenberger sang
ein Lied aus dem Stück, ehe er gemeinsam mit Alfred Schedl eine Szene spielte. „Ritter
Kamenbert“ läuft bereits seit 22. Mai mit großem Erfolg auf der Luisenburg. Mit dabei auch
die „wilde Karoline“ Katharina Schwägerl. Zu bewundern gibt es „singende Drachen“ und viele
Ritterspektakel. „Dieser Käse ist gut verdaulich, kommen sie und genießen sie“, luden die
Schauspieler zum Besuch ein.
In Mitterteich mit dabei war Arthur Brauss, Hauptdarsteller des
Volksstücks „Wast – Wohin?“ Brauss spielte schon mit dem legendären US-Schauspieler Burt
Lancester in Hollywood. Für das Volksstück, Regisseur Christoph Zauner war in Mitterteich
mit dabei, begannen erst am vergangenen Montag die Proben. Die Premiere ist am 13. Juli.
Michael Bachmayer und Regisseur Christoph Zauner stellten das Stück vor, das in
Niederbayern spielt. Felix Mitterer hat für die Luisenburg die Fassung umgearbeitet und neu
geschrieben. Es dreht sich alles um eine Bauernfamilie, die sich ihres behinderten Kindes
schämt und deshalb abschiebt. Durch die Zuneigung und Förderung eines alten Knechtes,
gespielt von Arthur Brauss, wird eine langsame, stetige Vorwärtsentwicklung des Jungen
erreicht, was die Dorfgemeinschaft nicht hindert, das behinderte Kind auszugrenzen und
„wegsperren“ zu lassen. In der Luisenburg-Fassung sind auch aktuelle Fälle mit
eingearbeitet. Arthur Brauss sagte, „auch heute noch passieren diese Fälle, dass Kinder
einfach weggesperrt werden. Dieses Theaterstück kann mitten unter uns sein“. Dramaturg
Manfred Bachmayer bedauerte, dass auch heute noch Menschen mit Handicap vielfach
ausgegrenzt werden. Das Theaterstück will aufrütteln und zum Nachdenken veranlassen.
Zum Abschluss wurde die Tragödie „Romeo und Julia“ präsentiert, dieses
Stück hat am kommenden Freitag Premiere. Diese große tragische Liebensgeschichte erzählt
von zwei Menschen, die schon früh gezwungen waren, sich mit den Konflikten der
Erwachsenenwelt auseinanderzusetzen. Beide gehen ihren eigenen Weg und leben nur ihre
Liebe. Das Schicksal des wohl berühmtesten aller Liebespaare ist bekannt. Nach der
heimlichen Trauung vereint sie nur der Tod. Hauptdarsteller sind Bastian Semm (Romeo) und
Hanna Plaß (Julia). Auf der Mitterteicher Bühne standen noch Monika Manz (Amme) und Pater
Lorenzo (Peter Albers). Die Mitterteicher Zuschauer sahen Leseproben, unter anderem die
weltberühmte Balkonszene. Die Dramaturgie ließ sich in den wenigen Szenen schon erahnen.
Die Lacher auf ihrer Seite hatten die Schauspieler, als sie „dreißig Jahre danach
spielten“, als ob Romeo und Julia noch leben würden. Da ging es zu, wie bei einem ganz
normalen Ehepaar.
Nur kurz angerissen wurde die Wiederholung der letztjährigen
Festspielsaison „Blues-Brothers“. Das Musical feiert am 28. Juni erneut Premiere. Der
begeisterte Applaus des Publikums zeigte, dass sie sich alle auf den Start der
Luisenburg-Saison freuen, die an diesem Freitag offiziell beginnt.
Text & Bilder: Josef Rosner
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Das Gastspiel der Luisenburg-Schauspieler bescherte dem Arbeitskreis
Heimatpflege ein volles Haus

Johann Anzenberger (links) und Alfred Schedl in „Ritter Kamenbert“

Ex-Hollywood-Schauspieler Arthur Brauss spielt die Hauptrolle in „Wast –
Wohin?“

Die Hauptdarsteller aus Romeo und Julia bei ihrer Leseprobe. Mit dabei
(von links) Amme (Monika Manz), Pater Lorenzo (Peter Albers), Romeo (Bastian Semm) und
Julia (Hanna Plaß)
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