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Faszination Luisenburg-Festspiele

Theaterensemble zeigte Ausschnitte aus den Festspielprogrammen – Volles Haus in der Grundschul-Aula

Ungebrochen ist die Faszination der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel. Dies war auch in Mitterteich zu spüren, als am Freitagabend Ensemble-Mitglieder Ausschnitte aus den Festspielstücken zeigten. Die Aula der Grundschule konnte die vielen Besucher kaum fassen, weitere Stühle mussten herbeigeschafft werden. Durch das gut neunzigminütige Programm führte Luisenburg-Intendant Michael Lerchenberg persönlich.

Arbeitskreis-Vorsitzender Erhard Sommer hieß die Zuschauer und Schauspieler willkommen. „Ich glaube so viele Zuschauer und Schauspieler hatten wir noch nie da“, sagte Sommer, der sich sichtlich über den großartigen Besuch freute. Sommer wünschte sich, dass die gezeigten Szenen Appetit auf die Festspiele machen, wenngleich Karten für die Luisenburgbühne allmählich rar werden. Luisenburg-Intendant Michael Lerchenberg führte die Riege der Schauspieler an und bat seine Kollegen auf die Bühne. Angeführt von Pauken und Trompeten zogen die Darsteller ein. Die musikalische Leitung des Musik- und Gesangsensembles im  Holledauer Schimmel hat der Mitterteicher Hubertus Krämer, der natürlich bei seinem Heimspiel mit dabei war.

Den Auftakt in Mitterteich machte das Familienstück „Meister Eder und sein Pumuckl“, mit den Hauptdarstellern Dieter Fischer und Ferdinand Schmidt-Modrow. Erstmals, so Lerchenberg, gastiert dieser Klassiker auf der Luisenburg. Einfach herrlich, wie der kleine Kobold mit den roten Haaren in der Schreinerwerkstatt seine Späße treibt und seinem Ziehvater, dem Meister Eder, das Leben nicht einfacher macht. In Mitterteich stellten beide Schauspieler eine Szene mit dem "Buchstabensalat" vor. Die Premiere auf der Luisenburg war bereits am 24. Mai, zu sehen ist das Stück noch bis zum 7. August.

Nicht fehlen darf auch in dieser Saison ein großes Volksstück. Heuer kommt das Schelmenstück aus dem Hopfenland „Der Holledauer Schimmel“ zur Aufführung, dessen Premiere am 24. Juni um 20 Uhr stattfindet. In dieser amüsanten, bäuerlichen Komödie geht es um zwei verfeindete Gemeinden, dessen Bürgermeister, des größeren Profits wegen, eine Versöhnung anstreben. Als sichtbares Zeichen der neuen Freundschaft wollen sie ihre beiden Kinder zwangsverheiraten. Dass dies nicht gutgehen kann, versteht sich von selbst, zumal beide Kinder andere Pläne haben. Vor dreißig Jahren, als dieses Stück erstmals auf der Luisenburg gespielt wurde, erfuhr es Kultstatus. In einer der Hauptrollen ein guter Bekannter, der Schneider Kassian Stierl, glänzend dargestellt vom Chef der Altneihauser Feierwehrkapelln Norbert Neugirg, der in Mitterteich gleich eine Probe seines gesanglichen Könnens gab. Stark vertreten die Moritatensänger und Musikanten, die Kostproben aus dem Kultstück gaben. Michael Lerchenberg wusste noch so manch Merkwürdiges aus der Holledau zu erzählen, wo es früher mitunter schon recht rau zuging. Oftmals stand dabei ein Gaul höher in der Gunst des Bauern, als die eigene Ehefrau.

Nicht fehlen darf auch heuer wieder ein Klassiker, zur Aufführung kommt „Nathan der Weise“, dessen Premiere am 15. Juli ist. „Nathan“ Heinz Trixner und „Tempelherr“ Matthias Lehmann spielten eine Szene aus dem Stück, dessen Handlung im frühen Jerusalem spielt. Gotthold Ephraim Lessing hatte dieses Stück vor 230 Jahren geschrieben.

Vom Vatikan als „besonders wertvoll“ empfohlen ist das Stück „Blues Brothers – Im Namen des Herrn“, ein Rhythm & Blues Musical, wie Michael Lerchenberg ausdrücklich sagte, der in dem Stück selber Regie führt. Als Stars mit dabei sind Gudrun Schade und Ron Williams. „Die Blues Brothers sind Kult“, sagte Lerchenberg, die zwei Männer in schwarzen Anzügen mit Sonnenbrille haben Hollywood und die Blues-Szene für immer verändert. In Mitterteich gaben Michael Kamp und Andreas Birkner Kostproben aus diesem legendären Stück. So mancher Zuschauer ertappte sich dabei, als er im Takt der Songs mit wippte und mit summte. Tolle Stimmen waren in Mitterteich zu hören, nicht zuletzt durch Gudrun Schade.

Zum Schluss dankte AK-Heimatpflege-Vorsitzender Werner Männer für die neunzigminütige Präsentation, die Lust auf die Luisenburg machten. Wer noch Karten haben will, der muss ich beeilen, es gibt nur noch ein Restkontingent. Bürgermeister Roland Grillmeier sprach von großem Theater und großem Kino. „Es gibt heuer wieder ein Top-Programm, ich bin stark beeindruckt“, sagte Grillmeier, der ebenfalls die Luisenburg-Festspiele besuchen will. Lob zollte er Michael Lerchenberg, der es in all den Jahren sich nicht hat nehmen lassen, in Mitterteich persönlich dabei zu sein. Kleine Präsente der Stadt Mitterteich für die Künstler rundeten einen gelungenen Abend ab. Anschließend stärkten sich die Darsteller bei Brotzeit und Bier bei Zoigl Oppl, die sich über die prominenten Gäste freuten.

 

Text: Josef Rosner
Bilder: Werner Männer, Josef Rosner

Meister Eder und sein Pumuckl, alias Dieter Fischer und Ferdinand Schmidt-Modrow

Volles Haus in der Aula der Grundschule

Eine Szene aus Blues-Brothers mit (von links) Andreas Birkner und Michael Kamp

Gudrun Schade und Andreas Birkner sangen ein begeisterndes Duett aus Blues-Brothers

Der "Kommandant" der Altneihauser Feierwehrkapelln Norbert Neugirg (li.) spielt den Schneider Kassian Stierl im Holledauer Schimmel. Hier musikalisch begleitet von Hubertus Krämer.

Das Luisenburg-Ensemble, das mit in Mitterteich war, wollzählig auf der Bühne. Neunzig Minuten lang machten sie Lust auf die Luisenburg-Festspiele

 

 

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