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"Horror auf der Luisenburg"

Vierzehn Schauspieler stellten diesjähriges Programm vor - Ein gelungener Abend

"Alle vier großen Stücke, die heuer auf der Luisenburg-Naturbühne gespielt werden, sind in gewisser Weise vom Horror geprägt", sagte Luisenburg-Intendant Michael Lerchenberg. Mit weiteren vierzehn Schauspielern stellten sie in der Aula der Grundschule das diesjährige Programm in neunzig Minuten vor.

Für den Arbeitskreis Heimatpflege hieß Werner Männer die Besucher, unter ihnen auch Bürgermeister Roland Grillmeier und die Schauspieler herzlich wollkommen. Trotz sommerlicher Temperaturen war die Aula mit Besuchern gut gefüllt.

Hubertus Krämer, der selber aktiv mit auf der Luisenburg engagiert ist, freute sich, dass dies bereits der neunte Vorstellungsabend in Mitterteich ist. "Mitterteich ist der einzige Ort in der Region, wo das gesamte Programm vorgestellt wird", freute sich Krämer. Intendant Michael Lerchenberg meinte, "wir kommen nicht zuletzt wegen des guten Zoigls und der Brotzeiten gerne nach Mitterteich".

Das erste Stück, das vorgestellt wurde, ist das diesjährige Familienstück "Die kleine Hexe", das aktuell bereits auf der Luisenburg läuft. Mit dabei waren Hexe (Katharina Schwägerl) und Rabe (Johann Anzenberger). Beide zeigten Ausschnitte aus dem Programm, wobei die Mitterteicher eine Welturaufführung erlebten, als "Mitterteicher Hexenfassung", wie Lerchenberg sagte. Hervorgehoben wurde, dass bereits im siebten Jahr in Folge beim Familienstück auf eine Preiserhöhung verzichtet wurde, damit auch wirklich alle interessierte Familien mit ihren Kindern das Stück besuchen können.

Ein Höhepunkt kann heuer Richard O´Briens "The Rocky Horror Show" werden, dessen Premiere am 25. Juni um 20 Uhr ist. Dieses schaurige Stück ist eine Parodie auf so manchen Gruselfilm und Gespenstergeschichten, sagte Lerchenberg. Die Handlung ist dabei schnell erzählt, "es vereinen sich die Außerirdischen im Fichtelgebirge", sagte Lerchenberg. Mit Norman Stehr, laut Lerchenberg einer der größten Musicalstars in Deutschland, war sehr zur Freude der weiblichen Besucher, auch der Hauptdarsteller nach Mitterteich gekommen. Stehr, der in Wien lebt, freute sich über viel Beifall. Kein Wunder das Lerchenberg eine ältere Dame zitierte, die angesichts von Norman Stehr sagte, "mei und was hob i dahoam". Gemeinsam mit seinem Ensemble gab Stehr Einblicke in die spannungsreiche Aufführung. "Kultstück und Kultbühne kommen zusammen", sagte Lerchenberg und lud zu den Vorführungen ein.

Weiter gibt es heuer einen Krimi, der tatsächlich in seiner schrecklichen Realität am 31. März 1922 so stattgefunden. Der Mordfall auf einem oberbayerischen Einödhof, mit damals sechs Toten, wurde nie aufgeklärt. Zwar gab und gibt es viele Gerüchte und Mutmaßungen, aufgeklärt konnte der Fall aber bis heute nicht werden. Unter der Regie von Michael Lerchenberg wird dieses spannende und faszinierende Stück auf der Naturbühne erzählt. Der perfekte Mord, der mit einer Mischung aus Gefühl und messerscharfer Analyse unter die Haut geht, feiert am 1. Juli Premiere. Gerhard Wittmann zeigte eine Szene aus dem Stück. Aktiv mit ins Bühnengeschehen eingebunden ist die Mitterteicher Laiendarstellerin Maria Röber, "sie führt als Vorbeterin eine Pilgerprozession an, die eine Heiligenlitanei betet", sagte Lerchenberg.

Abgerundet wird heuer das Festspielprogramm mit dem Bayerischen Kultstück "Der Brandner Kasper und das ewig Leben", mit Michael Lerchenberg und Alfred Schedl in den Paraderollen als Boandlkramer und als Brandner. Die Wiederaufnahme-Premiere findet am 15. Juli statt. Lerchenberg berichtete, dass aufgrund der immensen Nachfrage des vergangenen Jahres es klar war, dass dieses Stück heuer wieder aufgeführt wird. Und auch heuer ist die Nachfrage so groß, dass bereits zwei Zusatztermine anberaumt wurden. "Brandner" Alfred Schedl, der seit 18 Jahren auf der Luisenburg spielt, sagte gut gelaunt, "die Hälfte der Bayern jodelt, die andere Hälfte wildert". Schedl las aus einem Gedicht, wonach das Wildern früher als Kampf gegen die Obrigkeit galt. Das bayerische Oberland galt dabei als Hochburg.

Zum Abschluss des kurzweiligen Abends gaben Jungschauspieler Kostproben ihres bayerischen Dialekts, in Form von Gesangseinlagen. Mit "Isarsplittern" und dem "Glockenlied" brachten die sie Besucher auf ihre Seite.

Zum Dank überreichte Bürgermeister Roland Grillmeier den Schauspielern den Tee "Mitterteicher Herzchen", anschließend feierten Luisenburg-Schauspieler und die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatpflege in einer zünftigen Mitterteicher Zoiglwirtschaft.

 

Text: Josef Rosner
Bilder: Werner Männer, Josef Rosner

Intendant Michael Lerchenberg führte durch den kurzweiligen und amüsanten Abend

Die Hauptdarsteller Katharina Schwägerl und Johann Anzenberger gaben eine Gesangsprobe aus "Die kleine Hexe"

Musicalstar Norman Stehr in Mitterteich

Tanzeinlage aus "The Rocky Horror Show"

Auch Michael Lerchenberg (2. von links) lachte herzhaft mit

Schauspieler Gerhard Wittmann lässt es in "Tannöd" gruseln

Krönender Abschluss, bayerische Musik von Jungschauspielern, die im Museumshof in Wunsiedel zu Sondergastspielen einladen

 

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