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Werner Männer und sein Arbeitskreis Heimatpflege müssen schon etwas
Besonderes an sich haben. Denn obwohl für die Luisenburg-Festspiele so viele
Eintrittskarten wie noch nie verkauft wurden, ließen es sich ihr Intendant Michael
Lerchenberg und viele Schauspieler nicht nehmen, der Einladung zu folgen und Werbung für
die Traditionsfestspiele im Fichtelgebirge zu machen.
Die Aula der "Theobald-Schrems-Grundschule" war proppenvoll. Es mussten
sogar noch zusätzliche Stühle für die Zuschauer herbeigeschafft werden. Dem Mitterteicher
Hubertus Krämer, selbst auf der Luisenburg engagiert, blieb es vorbehalten, die Truppe zu
begrüßen. Neben Michael Lerchenberg, der im "Brandner Kasper" den "Boandlkramer" spielt,
waren Dieter Fischer (bekannt als "Kaiser von Schexing"), Luisenburg-Urgestein Alfred
Schedl, er spielt den "Brandner", und Peter Kaghanovitch, er spielt in "Mutter Courage" den
Koch, dabei. Des Weiteren galt Krämers Gruß der Betriebsdirektorin Martha
Baumeister-Boettge, dem Dramaturgen der Festspiele, Manfred Bachmayer, dem Regisseur des
Klassikers "Peer Gynt" Christian Nickel, den Schauspielerinnen Ina Meling ("Marei") und
Katharina Schwägerl ("Theres") sowie der "Stubenmusi" des "Brandner-Kaspar"-Kultstücks, die
mit Melanie Kindl (Violine), Barbara Macheiner (Steirische Harmonika), Michael Pöllmann
(Violine) und Johann Anzenberger (Klarinette) besetzt ist.
Jolanta Szczelkun begrüßte die Zuhörer bereits vor der Veranstaltung mit
Akkordeonmusik. Sie macht Musik in "Mutter Courage". Lerchenberg stellte die Theaterstücke
vor, die heuer auf Deutschlands erfolgreichster Freilichtbühne aufgeführt werden. Dazu gab
es immer wieder Kostproben aus den einzelnen Stücken, die die Schauspieler improvisierten.
Peter Kaghanovitch, der 2007 erfolgreich den "Mephisto" im Faust spielte, beeindruckte mit
einem Lied und einem Prolog aus "Mutter Courage". Regisseur Christian Nickel erzählte
ausführlich über die Entstehung und Handlung des "nordischen Faust" von Henrik Ibsen, "Peer
Gynt". Zum Schluss wurde das Kult-Volksstück "Der Brandner Kaspar und das ewig Leben"
vorgestellt, das trotz zweier Zusatzveranstaltungen so gut wie ausverkauft ist. Intendant
Lerchenberg gab einen interessanten Einblick über die Entstehung und Hintergründe der
ersten Spielzeit am Münchner Residenztheater. Die "Stubenmusi", die zum Großteil aus
Schauspielern besteht, gab immer wieder eine Kostprobe mit Livemusik aus dem "Brandner
Kaspar". Michael Pöllmann ist in der Rolle des Liebhabers und Wilderers "Flori" zu sehen,
Johann Anzenberger als "Heiliger Nantwein". Lerchenberg selbst gab als "Boandlkramer"
zusammen mit Dieter Fischer als "Portner" ein Appetithäppchen aus der Himmelsszene des
Kultstücks. Der langanhaltende Applaus galt am Ende natürlich allen Darstellern.
Werner Männer bedankte sich mit einem kleinen Geschenk bei den
Darstellern und der Leitung der Luisenburg, dass abermals eine stattliche Anzahl von
Schauspielern nach Mitterteich entsendet wurde. Im Anschluss lud der Arbeitskreis
Heimatpflege die Schauspieltruppe und Mitglieder des Arbeitskreises zu einer Brotzeit zum
Mitterteicher Zoiglwirt Lugert ein. Dort verewigten sich die Schauspieler auf dem großen
Spiegel der Wirtsstube. Die Mitterteicher Nachtwächter sangen zur Freude aller einige
"Schmankerln" aus ihrem Repertoire.
Text: Konrad Rosner, Hubertus Krämer
Bilder: Werner Männer, Konrad Rosner
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Intendant Michael Lerchenberg führte charmant durch den kurzweiligen und amüsanten
Abend

Peter Kaghanovitch mit einem Lied und einem Prolog aus "Mutter Courage" -
beeindruckend

Die "Stubenmusi" aus dem Volksstück der "Brandner Kaspar" unterhielt die Besucher

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Aula der Grundschule
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