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Mit einer historischen Krippe wird seit Anfang Dezember 2011 das
Mitterteicher Porzellanmuseum an der Tirschenreuther Straße bereichert. Der Arbeitskreis
Heimatpflege Mitterteich hat die von der Stadt angekaufte Stinglkrippe für eine
Dauerausstellung im Museum aufgebaut. Mehr als 70 Figuren und mehrere Gebäude geben das
weihnachtliche Geschehen wieder. Damit die zahlreichen Darstellungen glaubhaft aufgebaut
werden konnten, waren einige Ergänzungen notwendig. So hat Alfred Grillmeier drei Tempel
geschaffen – einer ist noch in Vorbereitung – damit die Szenen vorbildgerecht aufgestellt
werden konnten. Außerdem waren noch einige Ergänzungen notwendig, da zum Beispiel fehlte in
der Geburtsszene das Christkind. Mehrere Wochen arbeiteten Alfred Grillmeier, Konrad Quast,
Hans Stingl, Karl Koller, Erhard Sommer und Werner Männer am Aufbau. Monate zuvor waren
schon Naturmaterial wie verschiedene Moosarten, Äste und Rinde für die Ausgestaltung in der
Umgebung gesammelt worden. Da die Krippe im Original noch nie aufgebaut war, orientierte
man sich an den Vorbildern aus Böhmen. So entstand eine Krippe wie sie früher aufgebaut
wurden – ein böhmischer Krippenberg.
Klassische Szenen sind in dem Krippenkasten dargestellt. Dies beginnt
mit der Geburt Christi, der Verkündigung der Geburt des Engels an die Hirten, die
Beschneidung Jesu im Tempel, der Kindermord durch König Herodes und der zwölfjährige Jesus
mit dem Schriftgelehrten im Tempel, der Zug der Heiligen Drei Könige, die Anbetung der
Könige und die Flucht nach Ägypten. Aber auch klassische Szenen aus der böhmischen
Krippentradition sind zu finden. So zum Beispiel der Eremit, der eine eigene Kapelle im
Hintergrund des Krippenkastens besitzt, oder der Schornsteinfeger. Auch die „wilde Jagd“
ist mit einigen Szenen vertreten. Einziges sogenanntes Stückl in der Krippe ist Hiob, dem
die Hunde seine Wunden lecken. Bemerkenswert sind ferner die Stadt Jerusalem, deren
Stadttor von zwei Wächtern flaniert werden und die große Kirche, deren Aussehen ein wenig
an die Basilika Waldsassen erinnert.
Figuren um 1880 entstanden
Über die Herkunft und den Schnitzer der Figuren gibt es die Vermutung,
dass sie von Schlossermeister Philipp Stingl (1832-1905) stammen. Er war selbständiger
Handwerker und betrieb nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Die Figuren dürften nach
Schätzungen etwa um 1880 entstanden sein. Die Stadt Mitterteich kaufte die Krippe im Jahr
2010 von einem Sammler, der sie wiederum von einem Mitterteicher Antiquitätenhändler
erstanden hatte.
Text und Bilder: Werner Männer
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