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Am 27. Mai fand unter der Regie des Arbeitskreises Heimatpflege in Zusammenarbeit der Bäckerei Sölch auf deren Gelände in der Hüblteichstraße das 1. Holzofen- und Handwerkerfest statt. Schönstes Frühlingswetter bescherte den etwa 800 Besuchern einen unvergesslichen Tag mit Blick zurück in die Vergangenheit bis ins 16. Jahrhundert.
Pünktlich um 10 Uhr wurde das Fest durch die Musiker des Spielmannszuges aus Erbendorf eröffnet, die in historischen Kostümen vom Rathaus zum Festplatz zogen und dort ein kurzes Standkonzert gaben.
Die fleissigen Helfer des Arbeitskreises Heimatpflege Mitterteich hatten am Tag zuvor bis in die Nacht das Festgelände für die Gäste hergerichtet, Zelte und Verkaufsstände aufgebaut und geschmückt und so eine herrliche Atmosphäre zum Feiern geschaffen.
Mittlerweile hatten sich auch die Handwerker in der Handwerkerstube eingerichtet. So waren vertreten: Hardangersticken, Klöppeln, Filzen, Schuster, Töpfer, Schreiner, Bildhauer, Schnitzer, Schneider, Schmied, Maler und Korbflechter. Auch eine kleine Sammlung an alten Dampfmaschinen (2. Bild v. oben) war zu bewundern. Für die Kinder war eine riesige Hüpfburg aufgebaut und ein Streichelzoo mit kleinen Schafen und Kaninchen zog vor allem die ganz kleinen Gäste an.
Bereits am Vormittag hatten sich viele Besucher eingefunden, bewunderten die handwerklichen Fähigkeiten und nutzten die Möglichkeit zum Gespräch.
Die Schneider fertigten die zum Teil bereits vorbereiteten Umhänge der vier Nachtwächter, die ab 19 Uhr auf ihrer Runde durch das Festgelände musikalisch über das aktuelle Geschehen rund um die Stadt berichten sollten. So waren die verschiedenen Techniken aus früherer Zeit mit Nadel und Faden, aber auch mit einer Nähmaschine aus dem Jahre 1929 zu bewundern. Gebügelt wurde nach alter Methode mit Bügeleisen, die auf dem Holzofen erwärmt wurden. Das Bild rechts zeigt Schneidermeister Karl Rüth beim Nähen der Knopflöcher mit Nadel und Faden. Die Umhänge wurden übrigens nach alten Vorlagen angefertigt.
Für kulinarische Köstlichkeiten hatten der Arbeitskreis Heimatpflege und die Bäckerei Sölch ausreichend gesorgt. Der Renner war natürlich die im Holzofen gebratene Schweinshaxn, die mit Kraut und Brot angeboten wurde. Aber auch Erdäpflsuppn, Polnische, Oabatzda, Geräuchertes, Zwiebelkuchen, Käse und Brezen, Leberwurst- und Griebenfettbrot waren gefragt. Am Nachmittag gab es zusätzlich Kaffee und etliche Sorten frisch gebackenen Kuchen. Das Holzofenbrot, am frühen Morgen gebacken, konnte man auch als ganzen Laib erwerben.
Für den Flüssigkeitsausgleich sorgte der süffige Zoigl von Willi Oppl sowie Mineralwasser und Zitronenlimo. Bewusst hatte man auf Getränke unserer Zeit wie Cola-Mix oder Apfelschorle verzichtet.
Für die Kurzweil am Nachmittag sorgten Musikanten und Vocalisten, wie Dudelsackspieler, Drehleier, Posaunenchor, Geiger, das Vocalensemble Music&More - gekleidet in historische Gewänder - sowie am frühen Abend der MGV Mitterteich.
Auf Wunsch der Gäste kündeten die Nachtwächter bereits eine Stunde früher als vorgesehen vom Anbrechen der Nacht. Es wurde kurzerhand noch eine Strophe dazugedichtet. So sorgten sie mit teils satirischen Versen über das aktuelle Stadtgeschehen ab 19 Uhr für manchen Lacher. Gekleidet in originale Gewandung des ausgehenden Mittelalters versetzten sie die Zuhörer in die Zeit vor 500 Jahren.
Als schließlich die letzten Gäste gegen 22.30 Uhr den Festplatz verließen, konnten die Organisatoren vom Arbeitskreis Heimatpflege Mitterteich zufrieden auf ein gelungenes und außergewöhnliches Fest - eine würdige 500-Jahr-Feier der Marktrechte für Mitterteich - zurückblicken, das mehr seiner Art erhoffen lässt.
Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle natürlich den Helfern des Arbeitskreises, den Mitarbeitern der Bäckerei Sölch, Familie Cygan sowie Stefan Sölch, ohne die das Fest in dieser Größenordnung nie möglich gewesen wäre. |