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Im weiteren Verlauf der Jubiläumsfeiern in Mitterteich aus Anlass „500
Jahre Verleihung des Marktrechtes“ wurde vor kurzem die angekündigte Sonderausstellung im
Porzellanmuseum eröffnet. Genau um 15.16 Uhr, in Anlehnung an das Verleihungsjahr der
Urkunde, 1516, eröffnete der Mitterteicher Bürgermeister Roland Grillmeier die Ausstellung.
Vor den Festreden trat Heinz Zeitler als Kurier des Herzogs Wilhelm auf und verkündete das
Reinheitsgebot und anschließend die Verleihung des Rechtes, Bier zu brauen ohne Abgaben an
das Kloster Waldsassen zu entrichten. Begleitet wurde er von der Familie Burger mit
Dudelsackmusik.
Der Arbeitskreis Heimatpflege, so erläuterte deren Vorsitzender Werner
Männer, habe lange überlegt, wie zu diesem Thema eine Ausstellung gestaltet werden könne.
Naheliegend sei es deshalb gewesen, sich mit dem Thema Bier zu befassen. Deshalb sei auch
der Titel „Bier erleben – 500 Jahre Brautradition“ gewählt worden. In der Ausstellung
erlebt der Besucher einen kleinen Gang durch die Mitterteicher Biergeschichte, So wird
beispielweise an zahlreiche Zoiglbrauer in Text und Bild erinnert. Demonstriert wird auch,
wie früher Bier gebraut wurde und wie die dazu benötigten Holzfässer mit großem Aufwand
hergestellt wurden. Schließlich kann der Besucher auch nachvollziehen, wie das Bier zum
Verbraucher kam, angefangen von einem Leiterwagen bis zur Eisenbahn. Dazu zieht eine
Modelleisenbahn mit verschiedenen Bierwagen auf Knopfdruck ihre Bahn. In einem Video wird
das örtliche Bierbrauen nochmals deutlich.
Bürgermeister Grillmeier meinte in seiner Ansprache, dass
deutschlandweit das Reinheitsgebot gefeiert werde. In Mitterteich werde etwas Besonderes
gefeiert, nämlich die Verleihung der Marktrechte und das Recht Bier zu brauen. In
Deutschland gebe es zahlreiche Brauereien, die meisten davon in Bayern und Mitterteich
gehöre dazu. Einmalig sei die Vielfalt des Bieres in Mitterteich einmal durch die örtliche
Brauerei, die übrigens heuer seit 110 Jahren besteht, und durch die Zoiglkultur. Das
könnten nur wenige Orte bieten. Viele Gäste aus ganz Deutschland würden in die Stadt
kommen, um das einmalige Zoiglbier und die damit verbundene Atomsphäre zu genießen. Zoigl
sei zu einem Werbefaktor für die Stadt geworden. Er bat die Verantwortlichen diese
Tradition aufrechtzuerhalten.
Nach dieser Rede gab es noch einen besonderen Höhepunkt. Zum Jubiläum
hatte die örtlichen Brauerei ein eigenes Festbier eingebraut. Den Anstich des ersten Fasses
durfte dann der Bürgermeister vollziehen. Beobachtet wurde er dabei von den Bierhoheiten
der Zoiglkönigin und Zoiglprinzessin aus Neuhaus, Lena und Sophia, sowie von der
Weißbier-Resi Larissa. Dazu hatte der Brauereichef eigens ein Holzfass vorbereitet. Mit
sieben Schlägen schaffte es Grillmeier, das Bier anzuzapfen und das Festbier zum
Ausschenken zu bringen. Michael Hösl stellte dann kurz die Brauerei zum Jubiläum vor. Er
erwähnte, dass 14 verschiedene Biersorten ausschließlich aus heimischen Produkten
entstehen.
Weitere öffentliche Termine zu diesem Jubiläum sind am 29. Mai der 4.
Zoiglwandertag und am 3. Juni ein Vortrag zur Geschichte des Bieres mit anschließender
Bierverkostung der Brauerei Hösl. Dazu wird um Anmeldung gebeten. Am 4. Juni und 17. Juli
haben Interessenten eine einmalige Gelegenheit, Zoigl und Brauerei kennenzulernen. Um 13
Uhr wird an beiden Tagen beim Kommunbrauhaus die Tour gestartet. Zunächst geht es durchs
Kommunbrauhaus, anschließend in einen alten Bierkeller, dann zur Brauerei Hösl mit
Führungen und zum Schluss wird mit dem Petersklausen-Express ins Museum gefahren. Dort gibt
es ebenfalls eine kurze Führung durch die Ausstellung und zum Abschluss eine
Bierverkostung. Dazu wird um Anmeldung gebeten. Das ist jeweils möglich bei der Touristinfo
Mitterteich, Telefon 09633/89123. Die Ausstellung im Museum ist noch bis 28. August zu den
üblichen Öffnungszeiten sehen.
Text: Werner Männer
Bilder: Hubertus Krämer, Werner Männer
Eindrücke von der Ausstellung

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Bürgermeister Roland Grillmeier kurz vor dem Anzapfen des Fasses mit Jubiläumsbier. Von
links: Zoiglprinzessin Lena, Zoiglkönigin Lena aus Neuhaus, Weißbier-Resi Larissa,
Bürgermeister Roland Grillmeier und ganz rechts Braumeister Michael Hösl

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